Deister-Freilichtbühne verbindet Kultur und Natur zu einem Theatererlebnis

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Kultur und Natur – diesen Zweiklang verbindet die Deister- Freilichtbühne jedes Jahr aufs Neue zu einem faszinierenden Theatererlebnis unter freiem Himmel. Drei verschiedene Stücke stehen jeweils auf den Spielplänen, darunter stets ein Familienstück als großer Gemeinschaftsspaß für kleine und große Zuschauer. Bis zu 20.000 Besucher aus der gesamten Region – und zum Teil auch weit darüber hinaus – kommen in einer kompletten Saison zu den Aufführungen in die idyllisch gelegene Waldbühne am Rand der Deisters.

Ihre Ursprünge hat die Freilichtbühne in der Zeit der Weimarer Republik. Damals richtete der Barsinghäuser Schulrektor Otto Backhaus im Jahr 1928 eine schriftliche Bitte an die Klosterkammer Hannover, ihm das Gelände eines stillgelegten Steinbruchs am Wald zu verpachten. Zur Begründung für diesen Vorstoß führte Backhaus damals an, er sehe es als seine „Aufgabe, unserem Orte ein Freilichttheater zu schaffen, das gleichzeitig mit vielen anderen Veranstaltungen zur Pflege der jetzigen Bildung des Volkes dienen könnte (Konzerte unseres Gymnasiums, der Gesangvereine, Vorträge etc). Bereits wenige Monate später signalisierte die Klosterkammer ihre Zustimmung zu einer Kooperation mit Otto Backhaus, um ein Freilichttheater im alten Steinbruch entstehen zu lassen. Nach rund zweijähriger Bauzeit folgte am 23. August 1931 die Eröffnung der Deister-Freilichtbühne. In ihrer allerersten Premiere zeigte die Bühne eine Inszenierung über das Leben des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer. In den Folgejahren standen jeweils bis zu vier Theaterstücke auf dem Spielplan. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Bühnenanlage völlig zerstört, der Spielbetrieb war eingestellt.

In Sälen führten Barsinghäuser Theaterfreunde ab 1949 wieder erste Stücke auf. Und mit Unterstützung der britischen Fahrkolonne GSO 524, die in Barsinghausen stationiert war, ließ die Gemeinde im Jahr 1951 die Freilichtbühne wieder aufbauen. Nahezu 28.000 Arbeitsstunden waren damals nötig, ehe die Bühne am 17. Juni 1951 ihre Wiedereröffnung mit einer Aufführung von „Frauenlist auf Heidecksburg“ feierte. Einen großen Rückschlag musste der Bühnenverein im Januar 2007 hinnehmen, als Orkan Kyrill über den Deister hinwegfegte und große Teile der Bühnenanlage zerstörte sowie Bäume entwurzelte Mit großer Unterstützung von vielen Seiten gelang es dem Verein, die Schäden zu beseitigen und die Waldflächen neu aufzuforsten.

In jeder Saison tragen mehr als 150 Akteure auf, vor und hinter der Bühne zur besten Unterhaltung des Publikums bei. Im Jahr 2010 ist der Verein dazu übergegangen, statt der bis dahin üblichen zwei sogar drei verschieden Stücke auf den Spielplan zu nehmen. Auf diese Weise – mit weiterhin einem kinderfreundlichen Familienstück sowie zwei Erwachsenenstücken aus unterschiedlichen Genres – stellte sich die Bühne noch breiter auf. Außerdem stehen mehr Rollen zur Besetzung für die Laienspielschar zur Verfügung, und der Verein kann auf eine Spielpause während der Ferienzeit im Sommer verzichten. In der aktuellen Saison 2015 zeigt die Deister-Freilichtbühne das Familienmusical „Vampir Winnie Wackelzahn“, die Posse „Pension Schöller“ sowie das Schweden-Drama „Wie im Himmel“.

In den vergangenen Jahren hat sich der Bühnenverein mit seinen mehr als 700 Mitgliedern zu einem modernen Kulturbetrieb entwickelt. Die Naturbühne mit nahezu 900 Plätzen dient oft als Spielstätte für Gastensembles – wie zum Beispiel für die Musical- Night oder für weitere Musik- und Theateraufführungen.