Rittergüter prägen das Ortsbild


lkcz-bars-fri-rittergut-eckerde-01

Barsinghausen ist eine Stadt mit facettenreicher Geschichte – das wird nicht zuletzt beim Blick auf die zehn sehr unterschiedlichen Rittergüter deutlich, die von Groß Munzel und Wichtringhausen über Goltern, Stemmen und Eckerde bis nach Langreder und Egestorf bis heute ortsbildprägende Gebäudeensembles bilden. „Die Rittergüter sind ein Aushängeschild für Barsinghausen“, betont Bürgermeister Marc Lahmann. Entsprechend groß ist das Interesse an den Besichtigungen, zu denen Gästeführerinnen und Gästeführer als Teil der jährlichen Veranstaltungsreihe Calenberger Landsommer auf acht der zehn Anwesen einladen.

Bei den Führungen über die Außenanlagen erhalten die Besucher interessante Einblicke in die Historie und Gegenwart der eindrucksvollen eindrucksvollen Rittergüter. „Die Gutsbesitzer sind dann oft mit uns und der Gruppe unterwegs und erzählen spannende Geschichten aus ihrem Leben und der Vergangenheit ihres Gutes“, sagt Gästeführerin Christel Seidel. Sie könnten den Gästen das Wissen über die Anlagen oft noch besser vermitteln, weil sie einen Teil der Geschichte ihres Gutes aus eigenem Erleben schildern können. Doch auch Christel Seidel ist inzwischen eine echte Expertin. Seit Beginn der Veranstaltungsreihe vor 18 Jahren ist sie mit Besuchergruppen auf den Rittergütern unterwegs und hat über ihre Ausbildung zur Gästeführerin und die Erkenntnisse aus Büchern hinaus durch den Austausch mit den Gutsbesitzern ein umfangreiches Wissen gesammelt. Bis heute erfahre sie aber bei fast jeder Führung auch noch etwas Neues – ob über die Architektur und den Erhalt der Gebäude, die Botanik der teils weitläufigen Parkanlagen oder das Wirtschaften. Längst dienen viele der Rittergüter nicht mehr allein der landwirtschaftlichen Nutzung. Viele Besitzer öffnen ihre Anlagen regelmäßig für Feiern und Veranstaltungen, für Konzerte, Märkte und Ausstellungen.

So ist das Rittergut Eckerde seit dem Jahr 2008 Spielort der Oper auf dem Lande. Bei Regen kann die Opernaufführung dort in den ausgebauten Kuhstall ausweichen, in dem auch andere Aufführungen sowie Firmenfeiern und private Feste mit bis zu 200 Gästen Platz finden. Darüber hinaus kennzeichnen ein massives zweigeschossiges Gutshaus und eine weitläufige Parkanlage das Gut, das sich seit dem 15. Jahrhundert im Besitz der Familie von Heimburg befindet. Eine geschlossene Gutshofanlage mit Scheune, Ställen und ehemaliger Mühle kennzeichnet das Rittergut Stemmen der Familie von Rössing. Heute befinden sich Wohnungen im dreiflügeligen, zur Zeit der Weserrenaissance gebauten Gutshaus und den Landarbeiterhäusern. Regelmäßig finden auch Konzerte sowie ein Kartoffel- und Weinfest auf dem Grundstück statt. Einen Veranstaltungsraum für Hochzeiten, Betriebsfeste und andere Feiern mit bis zu 160 Gästen bietet das Rittergut Wichtringhausen der Familie Langwerth von Simmern mit seiner früheren Kornkammer aus Felssteinmauerwerk an.

Bei Konzerten können dort sogar 250 Besucher empfangen werden. Zusätzlich dient das Verwalterhaus aus dem Jahr 1865 heute als Weinstube.In seinem Kern geht das Rittergut auf das 12. Jahrhundert zurück. Die Wassermühle aus dem Jahr 1578 ist das älteste Gebäude des Ritterguts Langreder. Die Gutsanlage der Familie v vermutlich so alt wie das Dorf und damit um 1120 entstanden. Das zweistöckige Fachwerk-Herrenhaus stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Rund zwölf Jahre lang stand das Haupthaus auf dem Gut Nordgoltern leer.Seit einer Sanierung im Jahr 2009 dient es als Wohnhaus für mehrere Parteien. Teile des ehemaligen Kuhstalls sind inzwischen zusätzlich als Wohnraum ausgebaut. Zusammen mit den Gästeführern Ellen Hölscher, Sabine Lohe, Petra Hennies, Gustav Eberle, Maureen Wolf und Ursula Schönemann lädt Christel Seidel jedes Jahr zu Besichtigungen dieser Güter als Teil des Calenberger Landsommers ein. Unabhängig von diesen Terminen seien aber auch weitere Besichtigungen möglich. „Wenn Gruppen Interesse an einer Führung haben, können sie sich an uns wenden und wir fragen bei den Gutsbesitzern an“, sagt Seidel. Weitere Informationen zu den Führungen des Calenberger Landsommers und Kontaktmöglichkeiten gibt es im Internet auf der Seite www.calenberger-landsommer.de