Bestattungen in der freien Natur

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Für ewig im Wald die letzte Ruhe finden: Immer mehr Menschen entscheiden sich bereits zu Lebzeiten für ein Urnengrab am Fuße eines Baumes mitten in der freien Natur. Seit 2008 ist das auch in einem der schönsten Waldgebiete möglich, die der Deister zu bieten hat. Viele Menschen sehnten sich längst nach Alternativen zum Friedhof. Hinzu kommt auch in der Region Hannover bei den Bewohnern ein besonderer Hang zum Wald. Beides verbindet der Ruheforst Deister. Die Gemeinde Wennigsen erklärte den Forst seinerzeit zum Friedhof – und ermöglichte so eine alternative Form der Bestattung.

Im Holtenser Hau zwischen Bredenbeck und dem Steinkrug, das im Privatbesitz der Freiherrn Knigge ist und von der Knigge’schen Forstverwaltung bewirtschaftet wird, ist eine rund 43 Hektar große Waldfläche für den Ruheforst Deister reserviert. Sie verwalten den Forst vom Familiensitz aus, dem Rittergut Bredenbeck. Im Ruheforst Deister werden derzeit gut elf Hektar des naturbelassenen Areals für Waldbestattungen genutzt. Bis zu 200 Jahre alte Buchen- und Eichenbestände prägen den Wald. „Wir wollen den Menschen das Gefühl geben, alles richtig gemacht zu haben“, sagt Ralf Schickhaus, Leiter der Forstverwaltung. Er meint sowohl Menschen, die für sich selbst eine Ruhestätte suchen, als auch Hinterbliebene im Trauerfall. Das Schöne: Bei Rundgängen im Forst können sich die Besucher eine Grabstätte selbst aussuchen. „Manchen gefällt diese Buche oder jener Stein oder sie finden einen Lichteinfall an einer bestimmten Stelle besonders schön“, sagt Schickhaus. Diese Stellen werden reserviert. Auch kurzfristig können Besuchstermine vereinbart werden. Schlicht und natürlich laufen die Bestattungen ab. Auf Wunsch werden die Bäume auch mit einem Namensschild markiert. Hinterbliebene haben dann einen konkreten Ort zum Trauern.

Der Wald ist aber mit all seiner Schönheit auch ein Ort des Trostes – auch das macht den Ruheforst Deister so besonders. Hinzu kommt: Die Mitarbeiter der Forstverwaltung unterstützen und begleiten die Angehörigen mit großem Einfühlungsvermögen. „Wir sind für die Hinterbliebenen da und unterstützen sie, wo es geht.“ Bei fast jeder Witterung werden Bestattungen im Ruheforst vorgenommen. Dort wird ein individuell gestalteter und persönlicher Abschied ermöglicht. Inmitten der Natur, mit Licht- und Schattenspielen unter den Bäumen, mit dem Raunen der Blätter und dem Gezwitscher der Vögel.

Für Andachten gibt es einen Platz unter freiem Himmel mit Ruhebänken. „Wir pflegen auch eine sehr gute Zusammenarbeit mit regionalen Bestattern“, betont Schickhaus. Rund 600 Bestattungen begleitet sein Team im Jahr. Bäume und Naturdenkmale kennzeichnen die Grabstätten – sowohl für Einzelpersonen als auch für Familien. Der Wald ist von allen Seiten jederzeit zugänglich. Als Teil eines großen Biotops brauchen die Grabstellen keine Pflege. Die Waldfläche wird bereits seit 1814 nach ökologischen Gesichtspunkten bewirtschaftet, davor diente der Bereich den Bauern aus den umliegenden Ortschaften vor allem als Hütewald. Die Freiherrn Knigge bewirtschaften seit 1330 eigene Waldflächen. Der Deister selbst wird schon viel länger als Forst, aber auch als Ort für Bestattungen genutzt. Davon zeugen die außerhalb der Bestattungsflächen liegenden Hügelgräber. Ihre Geschichte reicht gut 3500 Jahre in die Vergangenheit zurück.

Ruheforst Deister
Rittergut Bredenbeck 1 • 30974 Wennigsen
Telefon 05109-569656 • Fax 05109-569616
kontakt@ruheforst-deister.de
www.deister-ruheforst.de
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